MINOR MATTER
Tanz
Ligia Lewis (Dom. Rep.)
do 11.04.19
Wenn Theater eine Droge ist, dann ist Ligia Lewis’ Performance ein halluzinierender Trip. Die Grundkonstellation dieses Stücks erscheint zunächst konzeptionell: Zusammen mit ihren zwei Mittänzern nimmt sich die aus der Dominikanischen Republik stammende Künstlerin westeuropäische ikonische Choreografien und Bilder vor. Gemeinsam eignen sie sich das Material an, schreiben ihre Körper in diese Sprache ein und transformieren das Ausgangsmaterial: Wrestling trifft auf elegante höfische Posen. Maurice Béjarts Bolero-Ballett, ein Klassiker der Tanzgeschichte, wird in eine afroamerikanische Steppnummer überführt.
Ligia Lewis geht es nicht einfach um simple Gegensätze, vielmehr erreicht sie durch unendliche Überlagerungen eine neue Form von Abstraktion. Ihre Ästhetik ist nicht minimal, sondern maximal. Dabei wird dieser Abend, der 2017 in New York mit dem renommierten Bessie-Award ausgezeichnet wurde, mehr und mehr zu einer Beschwörung. Bilder des Todes durchziehen leitmotivisch das Stück. Elektronische Atmosphären füllen den Raum und entwickeln einen hypnotischen Sog, dem man sich kaum entziehen kann. Den gesamten Theaterapparat mobilisierend und doch reduziert auf das Mittel des Körpers, erschafft „minor matter“ einen pulsierenden sozialen und poetischen Raum.
Anschluss an die Vorstellungen gewährt mit Shuttle zu:
Gabrielle Goliath: ELEGY
Theodorskirche, 21:00 Uhr
Rabih Mroué: SO LITTLE TIME
Kaserne Basel, 21:00 Uhr
Konzept & Choreografie Ligia Lewis
Performance Corey-Scott-Gilbert, Ligia Lewis, Tiran Willemse (in Zusammenarbeit mit Jonathan Gonzalez, Hector Thami Manekehla) Musikalische Dramaturgie Michal Libera, Ligia Lewis Styling Alona Rodeh
Sounddesign Jassem Hindi Sound Technik Neda Sanai Lichtdesign Andreas Harder Licht Technik Joseph Wegmann Dramaturgie Ariel Efraim Ashbel Assistenz Martha Glenn Production management (tour): HAU Artist Office / Sabine Seifert Touring & Distribution HAU Hebbel am Ufer / Nicole Schuchardt
Produktion Ligia Lewis Koproduktion HAU Hebbel am Ufer
Unterstützt von Berlin Department für Kultur und Europa und Stiftung Darstellende Künste e.V.
Zusätzliche Unterstützung durch Residenzen FD-13, PACT Zollverein, 8:tension/Life Long Burning and collective address.
do 11.04.19