DIE LEIDEN DER JUNGEN WÖRTER
vorschlag:hammer (DE/CH)
do 02.02.17
„Wilhelm, was ist unserem Herzen die Welt ohne Liebe! Was eine Zauberlaterne ist ohne Licht! Kaum bringst du das Lämpchen hinein, so scheinen dir die buntesten Bilder an deine weiße Wand! Und wenn's nichts wäre als das, als vorübergehende Phantome, so macht's doch immer unser Glück, wenn wir wie frische Jungen davor stehen und uns über die Wundererscheinungen entzücken.“
In Goethes Die Leiden des jungen Werther erzählt der Protagonist immer nur von sich und seinem Erleben. Er veräussert seine Gefühlswelt in intimen Briefen und der mit dieser Form einhergehenden maximalen Subjektivität und Selbstbezogenheit.
Das Kollektiv vorschlag:hammer knüpft sich den Roman nun vor, seziert ihn, forscht nach Figuren möglicher Gefühlsäusserung und ihrer Erweiterung durch das Theater abseits des literarischen Texts. Zwischen R’n’B, Lichtspiel und performativem Sprechen suchen sie nach den Differenzen, die zwischen einem Reden über Gefühle und einer unmittelbaren Äusserung von Gefühlen liegen. Was ist also ein möglicher Ausdruck moderner Subjektivität und Gefühligkeit? Welche verschiedenen Sprachen bietet das Theater um Gefühle und Leidenschaften zu verhandeln?
vorschlag:hammer vermischen in ihren Arbeiten Erzähltheater mit performativen Darstellungsstrategien. Ihre Inszenierungen wurden an zahlreichen Festivals aufgeführt und mehrfach ausgezeichnet. Bereits ihre Stücke TEARS IN HEAVEN und ISLÄNDERSAGAS waren im ROXY zu sehen. Nach DIE ERFINDUNG DER GERTRAUD STOCK sind sie in dieser Spielzeit schon zum zweiten Mal zu Gast.
ab der 10. Schulklasse (Empfehlung)
Von und mit: Kristofer Gudmundsson, Frieder Hepting, Gesine Hohmann und Stephan Stock / Lichtcoaching: Andreas Greiner, Raul Walch / Produktionsleitung: Juliane Hahn
In Koproduktion mit: Ringlokschuppen Ruhr, Ballhaus Ost
Mit Unterstützung von: Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur, Stiftung Niedersachsen, Kunststiftung NRW, Eberhard Stiftung, GGG Basel
do 02.02.17