RENDER GHOSTS
Die soziale Fiktion (Leipzig / Hildesheim / Zürich)
sa 25.01.20
"In Architekturmodellen gibt es diese Mini-Menschen. Sie überqueren saubere Plätze, sie winken sich zu, sie sitzen auf Parkbänken und warten darauf, dass echte Menschen sie irgendwann ersetzen. Sie sind geschäftig, fröhlich, intakt. Niemand ist betrunken, niemand hat zu viele Kinder, niemand muss mal wieder zum Friseur."
RENDER GHOSTS ist eine Theaterperformance zwischen Tableau Vivant, Geistergeschichte und Bühnenessay, die sich, ausgehend von Architekturmodellen mit Vorstellungen und Entwürfen zukünftiger urbaner Lebenswelten auseinandersetzt. In der Kombination von vorproduzierten Videos aus neu gebauten Stadtvierteln und der gebrochenen Live-Präsenz der vier Darsteller*innen auf der Bühne entsteht ein atmosphärisch dichter Theaterraum, der die Unheimlichkeit der Modelle aufgreift und sinnlich erfahrbar werden lässt. Die Performer*innen interagieren auf der Bühne mit ihren Avataren in den Videos und changieren zwischen radikalem Stillstand, schleichender Veränderung und plötzlicher Bewegung: Indem sie mal anwesend und bewegt, mal scheinbar abwesend und festgestellt im Bild erscheinen, wird die geisterhafte Qualität der Menschenfiguren aus den Modellen auf die Bühne übertragen. Wer regiert den öffentlichen Raum?
Das Theaterkollektiv DIE SOZIALE FIKTION formierte sich während des gemeinsamen Studiums der Kulturwissenschaften in Hildesheim und entwickelt seit 2012 performative Theaterprojekte.Als Zusammenschluss von Autor*innen, Performer*innen, Organisator*innen und DIY Künstler*innen verfolgen sie eine kollektive Arbeitsweise und wurden bereits mit dem Jurypreis des Berliner 100° Festivals und des Körber-Studios für junge Regie in Hamburg ausgezeichnet.
Bisher im ROXY: STEPPENGESÄNGE (2015), SCHICHTEN (2015), BABIES COME HOME (2018)
Konzept, Text und Performance: Marten Flegel, Anna Froelicher, Charlotte Lauber, Felix Worpenberg Bühne und Technik: Manuel Melzer Video: Kristina Dreit, Felix Röben Dramaturgie und Produktionsassistenz Tobias Malcharzik Mitarbeit Bühne: Ömer Bayram Mitarbeit Sound: Annika Lock Recherche: Laura Bleck, Adele Dittrich Frydetzki
Gefördert durch: MWK Niedersachsen, Stiftung Niedersachsen, Fachausschuss Tanz & Theater BS/BL, Friedrich Weinhagen Stiftung Mit Unterstützung von: flausen - young artists in residence, Schwankhalle Bremen, Residenz Schauspiel Leipzig, Gessnerallee Zürich, Theaterhaus Hildesheim, Kulturfabrik Löseke
sa 25.01.20